Sodbrennen

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Foto einer Frau beim Essen

Die Refluxkrankheit oder, wie es im Volksmund genannt wird, Sodbrennen ist mittlerweile ein weit verbreitetes Leiden. Viele Menschen haben mit dem Symptom Sodbrennen zu kämpfen. Studien gehen mittlerweile davon aus, dass circa 25 % der Bevölkerung im westlichen Europa mindestens einmal monatlich unter Saurem Aufstoßen oder Sodbrennen leiden. Doch was ist die Refluxkrankheit genau und wie kommt es zum schmerzhaften Sodbrennen? Eine Übersicht zum Thema Sodbrennen schafft Klarheit:

  • Sodbrennen – was ist das?
  • Warum bekommt man Sodbrennen?
  • Sodbrennen in der Schwangerschaft
  • Hilfe bei Sodbrennen

Sodbrennen – was ist das?

Im Magen eines Menschen herrscht ein extrem saures Milieu. Dadurch werden Keime abgetötet, aber besonders für die Verdauung ist der ph-Wert der Magensäure von 1 – 1,5 förderlich. Die Magenschleimhaut ist für diese Bedingungen ideal geschützt. Fließen aber kleine Mengen des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre zurück, wird die dortige Schleimhaut gereizt – es kommt zu Sodbrennen. Gelangt der Mageninhalt bis in den Rachenraum, spricht man von Saurem Aufstoßen. Sodbrennen äußert sich mit einem Brennen und Stechen vom Magen bis zum Hals.

Sodbrennen sollte man nicht auf die leichter Schulter nehmen, da es bei einer chronischen Erkrankung zu einer Zellveränderung im unteren Bereich der Speiseröhre kommen kann. Speiseröhrenkrebs ist die Folge.

Warum bekommt man Sodbrennen?

Ein ringförmiger Schließmuskel verbindet Speiseröhre und Magen. Normalerweise verschließt dieser Muskel zuverlässig den Durchgang und verhindert den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Man unterscheidet zwei verschiedene Ursachen:

  • Bei der primären Form der Refluxkrankheit ist der Schließmuskel zu schwach. Die Ursache ist noch nicht genau erforscht, man geht davon aus, dass zu fettes Essen, Alkohol und Nikotin, aber auch ein sehr stressiger Alltag zu einer Schwäche des Schließmuskels am Mageneingang beitragen. 
  • Die sekundäre Form der Refluxkrankheit geht nicht direkt auf eine Funktionsbeeinträchtigung des Schließmuskels zurück, sondern auf andere Umstände wie eine Schwangerschaft oder Magenkrebs. Auch Übergewicht ist ein möglicher Auslöser der sekundären Form von Sodbrennen

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Etwa 20 % aller werdenden Mütter kämpfen von Beginn an mit Sodbrennen, circa 70 % aller schwangeren Frauen leiden im letzten Schwangerschaftsdrittel unter der sogenannten Refluxkrankheit. In der Schwangerschaft produziert der Körper der Frau das Schwangerschaftshormon Progesteron, das eine Muskelentspannung zur Folge hat. In erster Linie entspannt sich die Muskulatur des Uterus, aber auch der Schließmuskel am Mageneingang ist davon betroffen. Somit kommt es zu einem Rückfluss des sauren Mageninhaltes und zum bekannten Brennen und Stechen, Begleiterscheinungen vom Sodbrennen

Aber auch der wachsende Fötus kann Sodbrennen auslösen. Durch seine Größe übt er Druck auf die Organe der Mutter aus und Sodbrennen in der Schwangerschaft kann entstehen. Die Hebamme oder der Gynäkologe sind erste Ansprechpartner bei Sodbrennen und können mit praktischen Tipps und Medikamenten Abhilfe schaffen. 

Hilfe bei Sodbrennen

Sodbrennen muss nicht als unabdingbares Übel hingenommen werden. Neben einer ausgewogenen Ernährung und der Vermeidung von fetthaltigem Essen, reduziert eine gesunde Lebensweise ohne Alkohol und Nikotin das Symptom Sodbrennen bzw. die Refluxkrankheit. 

Mehrere Tipps können bei oftmaligem Auftreten von Sodbrennen helfen:

  • kleine Mahlzeiten sind besser als große Mahlzeiten
  • kleine Bissen und gründlich kauen
  • zur Mahlzeit nicht zuviel trinken, der Magen wird übermäßig gedehnt
  • Stress und Hektik im Alltag reduzieren und vermeiden
  • nach einer Mahlzeit nicht sofort hinlegen, idealerweise erst drei Stunden später
  • Kopf hochlagern beim Schlafen
  • Kaffee, Tee, Schokolade und Zitrusfrüchte gelten auch als Auslöser von Sodbrennen
  • Übergewicht reduzieren 

Ist die Schleimhaut der Speiseröhre durch das Sodbrennen bereits geschädigt, helfen verschiedene Medikamente, die dem Patienten vom Arzt verschrieben werden. Ein operativer Eingriff bei chronischem Sodbrennen ist selten. Ein neuer Schließmuskel wird im oberen Magenbereich geschaffen und somit ist der Mageneingang wieder sicher verschlossen. 

Gesunde Lebensweise verhindert Sodbrennen

Eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene Ernährung tragen rasch zur Heilung von Sodbrennen bzw. der Refluxkrankheit bei. Doch auch wenn die Symptome abgeklungen sind, muss sich der Patient an die neue Ernährung und Lebensweise halten, da sonst mit einem Rückfall zu rechnen ist. Sodbrennen ist somit ein Symptom, das jedem Menschen aufzeigt, dass seine Lebensweise nicht gesund für seinen Körper ist. Hören Sie auf Ihren Körper, denn Gesundheit ist unser höchstes Gut.

1 Kommentare
  • P. Dunkelberg

    Antworten

    Ein guter Artikel! Twitter ich weiter.

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